Einsatz hat sich gelohnt: Für den Fest- und Bolzplatz in Breitenbrunn fließt Geld aus Wiesbaden


Breitenbrunn (kp). Der Fest- und Bolzplatz in diesem Lützelbacher Ortsteil wird demnächst eine deutliche Aufwertung erfahren. Spätestens dann, wenn die Mitglieder der „Interessengemeinschaft Spielplatz“ unter der Regie von Kristian Stühlinger in Eigenleistung die baulichen Voraussetzungen für die Installation einer Tischtennisplatte sowie von zwei Sonnensegeln geschaffen haben. Dafür hatte Staatsekretär Patrick Burghardt vom Hessischen Ministerium für Digitale Strategie und Entwicklung vor wenigen Tagen einen Zuwendungsbescheid über 4.950 Euro aus dem Programm „Starkes Dorf – Wir machen mit“ im Gepäck. Und das nicht ohne Grund. Bereits im Zeitraum 2017 bis 2019 wurde in Breitenbrunn ehrenamtliches, bürgerschaftliches Engagement erkennbar, als 40 Eltern mit Unterstützung der Gemeinde an der Sanierung und Modernisierung des unmittelbar an den Fest- und Bolzplatz angrenzenden Spielplatzes beteiligt waren.

Und aus dieser Situation kristallisierte sich schließlich die informelle Gruppe „IG Spielplatz“ heraus. Als dann immer deutlicher wurde, dass der lediglich mit zwei Toren ausgestattete Fest- und Bolzplatz außer zu Ballspielen und gelegentlichen Festivitäten auch im Alltag häufiger frequentiert werden könnte,  kamen innerhalb der IG Spielplatz Überlegungen auf, wie das Areal einer breiteren Nutzung zugeführt und damit aufgewertet werden könnte.

Mit dieser Frage setzte sich schließlich ein Arbeitskreis auseinander und entwickelte ein Konzept für die nunmehr zu realisierende Maßnahme: Als weiteres Spiel- und Bewegungsangebot für Jung und Alt soll eine 500 Kilo schwere Beton-Tischtennisplatte mit einer speziellen Beschichtung aufgestellt und mit einem Vier-Pfosten-Sonnensegel beschattet werden und ein Drei-Pfosten-Sonnensegel soll der Beschattung einer bereits vorhandenen Sitzbank dienen.

Die dazu erforderlichen Fundamente werden von Mitgliedern der Interessengemeinschaft (IG) in Eigenleistung geschaffen. In diesem Kontext sollen auch an anderen Stellen des Platzes Vorbereitungen getroffen werden, um bei anderen  Anlässen die Sonnensegel flexibel positionieren zu können. Ein Konzept, das in Wiesbaden anerkannt und als förderungswürdig eingestuft worden ist. So war denn auch der Staatssekretär voll des Lobes für die IG: “Ein Treffpunkt im Ort ist wichtig, egal für welche Altersgruppe. Er stärkt die Dorfgemeinschaft und fördert das soziale Miteinander sowie den persönlichen Austausch. Insbesondere auch dann, wenn der Platz mit ehrenamtlicher Arbeit verschönert wird. Dafür gebührt der IG Dank und Anerkennung.“ Auch Bürgermeister Uwe Olt zeigte sich erfreut, dass die IG mit ihrem Konzept erfolgreich war:  „Damit ist nicht nur bürgerschaftliches Engagement belohnt, sondern auch die Lebensqualität im Ort gesteigert worden.“ Und IG-Sprecher Kristian Stühlinger stellte heraus: “Einen Platz wie diesen zu haben und individuell weiter ausbauen zu können eröffnet nicht nur Kindern und Jugendlichen mehr Unabhängigkeit und größeren Freiraum, sondern auch die Möglichkeit, einen attraktiven Treffpunkt für alle Bevölkerungsgruppen zu schaffen.“ Stühlinger appellierte an andere Gruppen und Vereine sich ebenfalls Gedanken zu machen, wie die Lebensqualität in ihren Dörfern verbessert werden kann und entsprechende Konzepte in Wiesbaden einzureichen: “Wie man sieht – es lohnt sich“.

Mit dem Programm „Ein starkes Dorf – Wir machen mit“, ein Teil der Offensive „Land hat Zukunft – Heimat Hessen“, unterstützt die Hessische Landesregierung seit 2018 neue ehrenamtliche Projekte, die den gesellschaftlichen Zusammenhalt eines Dorfes stärken, das Miteinander der Generationen fördern und die Lebens- und Aufenthaltsqualität vor allem dörflicher Zentren verbessern. Die Förderbeträge liegen zwischen 1.000 und 5.000 Euro. Das Förderprogramm ist als Wettbewerb konzipiert, um den sich Vereine, Verbände, Freiwilligenagenturen sowie gemeinnützige Organisationen und private Initiativen mit gemeinnützigem Träger bewerben können. Von Wolfgang Kraft