Online Vortrag
Wenn Worte Menschen einordnen:
Online-Vortrag hinterfragt die Macht gesellschaftlicher Kategorien
Wie entstehen Begriffe wie „behindert“, „Förderbedarf“ oder „schwul“ und was bewirken sie bei den Menschen, die mit ihnen bezeichnet werden?
Wir ordnen ein, vergleichen und benennen, oft beiläufig und scheinbar selbstverständlich. Im Alltag begegnen uns zahlreiche Kategorien, die zunächst lediglich beschreibend wirken. Begriffe wie „Förderbedarf“, „behindert“ oder „schwul“ scheinen festzuhalten, was bei einem Menschen bereits vorhanden ist. Doch tatsächlich können solche Bezeichnungen weit mehr bewirken: Sie beeinflussen Wahrnehmungen, Erwartungen und mitunter auch die gesellschaftlichen Chancen derjenigen, die durch sie beschrieben werden.
Eine Kategorie kann Orientierung geben und dabei helfen, die komplexe Wirklichkeit überschaubar zu machen. Gleichzeitig ist jede Einordnung auch mit bestimmten Vorstellungen, Erwartungen und Bewertungen verbunden. Wer Menschen einer bestimmten Kategorie zuordnet, nimmt sie nicht mehr ausschließlich als individuelle Persönlichkeiten wahr, sondern betrachtet sie zugleich durch die Brille dieser Zuschreibung.
Der Vortrag lädt dazu ein, vermeintlich neutrale Begriffe genauer zu betrachten: Wie kommen sie zustande? Wer legt fest, welche Einteilungen verwendet werden? Welche gesellschaftlichen Vorstellungen stehen dahinter? Und was geschieht, wenn Menschen sich selbst in einer solchen Kategorie wiederfinden oder von anderen über sie definiert werden?
Simeon Jäkh geht einen Schritt zurück und betrachtet, was eine Kategorie eigentlich ist und wie sie unser Denken und Erleben prägt. Anhand konkreter Beispiele wird deutlich gemacht, dass Kategorisierungen nicht nur Wirklichkeit abbilden. Sie können auch dazu beitragen, Wahrnehmungen zu verfestigen, Unterschiede hervorzuheben und Menschen bestimmte Rollen oder Eigenschaften zuzuschreiben.
Mit der Frage, wie Kategorien entstehen und welche Wirkung sie entfalten, befasst sich der Online-Vortrag „Kategorisierung von Menschen“ am Dienstag, 24. November 2026, um 19 Uhr. Referent ist Simeon Jäkh von der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg. Die Teilnahme ist online und kostenfrei möglich.
Ob in Bildung und Betreuung, im Arbeitsleben, in der öffentlichen Verwaltung oder im gesellschaftlichen Miteinander: Kategorien begegnen uns überall. Sie beeinflussen, wie wir andere Menschen wahrnehmen, welche Erwartungen wir an sie richten und welche Möglichkeiten wir ihnen zutrauen.
Der Vortrag verspricht daher nicht nur eine theoretische Auseinandersetzung, sondern einen Anstoß zur Selbstreflexion: Welche Begriffe verwenden wir selbstverständlich? Welche Bilder entstehen dadurch? Und wie können wir bewusster und differenzierter mit sprachlichen und gesellschaftlichen Einordnungen umgehen?
Zu den Arbeitsschwerpunkten von Simeon Jäkh gehören Kultursoziologie, soziale Ungleichheit sowie Geschlecht und Sexualität.
Eckpunkte:
Die Veranstaltung findet am 24. November 2026 um 19 Uhr online statt. Die Teilnahme ist kostenlos.
Der Zugang erfolgt über den QR-Code auf dem Veranstaltungsplakat oder über folgenden Link:
https://start.cloudya.com/join/jV39AmgnmQyYFanEz2km
Termin: Dienstag, 24. November 2026, 19 Uhr
Veranstaltungsort: online
Teilnahme: kostenfrei
Referent: Simeon Jäkh, Pädagogische Hochschule Ludwigsburg


